Bedeutende Persönlichkeiten
     
  Johann Christoph GutsMuths


- geboren am 8. August 1759 in
  Quedlingsburg
- Sohn eines Rotgerbers
- 3. Vornamen und eigenwillige
   Schreibweise seines Familiennamens
   legte er sich erst als
   Schriftsteller zu
- 1770 Besuch des Gymnasiums
- 1773 Tod des Vaters, Aufgrund
   dessen Antritt einer Hauslehrerstelle    bei
   Dr. Fr. Wilh. Ritter
- 1778 Abschluss der Schulbildung,
   Ablehnung eines Antrages für ein
   Stipendium zum Studium; 
   Gründung eines Lesezirkels
- 1779-1782 Studium an der Universität
   von Halle in den Bereichen: Pädagogik,
   Geschichte, neue Sprache, Mathematik und Physik
- 1782 Fortsetzung der Hauslehrertätigkeit
- 30. Juni 1785 GutsMuths Amtsantritt am Philanthropinum von Salzmann;
   er übernimmt die Fächer Geografie, Geschichte und Französisch
- 1785 Erster schriftstellerischer Versuch
- 1786 Einführung in den Gymnastikunterricht durch Salzmann
- 1787 Beiträge zur Schriftenreihe Reisen der Salzmannschen Zöglinge
- 1793 Erscheinung des ersten Lehrbuches der Gymnastik für die Jugend
- 15. August 1797 Vermählung mit Sophie Eckardt, einer Pfarrerstochter;
   aus der Ehe gehen 8 Söhne und 3 Töchter hervor;
   erste Wohnung im Schnepfenthäler Gutshaus
- 19. November 1798 Einzug in das eigene Haus in Ibenhain
- 1798 Herausgabe des Kleinen Lehrbuchs der Schwimmkunst
- 1800 Ersterscheinung des Bandes „Bibliothek der Pädagogischen Literatur“
   durch Justus Perthes Verlag
- 1804 Neufassung seiner Gymnastik für die Jugend
- 1813 Publikation des Lehrbuchs der Geografie
- 1821 Gemeinsam mit J. A. Jacobi aus Waltershausen gibt GutsMuths eine historische,
   völkerkundliche Ergänzung zur Geografie Deutschlands heraus: Deutsches Land und   Volk
- 1835 Feier des 50jährigen Lehrerjubiläums mit herzlicher Anteilnahme der
   Einwohner von
   Ibenhain und aller Angehörigen der Salzmannschen Erziehungsanstalt.
   GutsMuths unterrichtet dort weiter Geografie bis Ostern 1839
- 21. Mai 1839 GutsMuths verstarb im Alter von fast 80 Jahren. Seine letzte Ruhestätte
   wird ihm auf dem Schnepfenthaler Waldfriedhof unweit des Grabes von Salzmann in der
   Nähe des Gymnasiums bereitet.
 
     
  Christian Gotthilf Salzmann


- geboren am 1. Juni 1744 in    Sömmerda
- 1784 gründete er die    philanthropische
   Erziehungsanstalt Schnepfenthal
- 1768 wurde er evangelischer Pfarrer
- 1781-1784 arbeitete er an
   der von Johann Bernhard Basedow
   gegründeten und geprägten
   Philanthropin in Dessau
- Im Krebsbüchlein (1780, 3. Aufl.
   1792) kritisierte er in    ungewöhnlicher
   Form die Erziehungspraxen seiner
   Zeit, die häufig paradox anmuteten.

- Mit „Conrad Kiefer“ war er als der deutsche Jean-Jacques Rousseou bekannt geworden,   ähnlich wie in
  dessen „Émile“ stellte Salzmann hier seine romantischen Erziehungsvorstellungen vor.
- Er war der Urgroßvater der "Thüringer Waldfrau"
Luise Gerbing
- Gestorben am 31. Oktober 1811 in
   Schnepfenthal
 
     
  Johann Matthäus Bechstein

- geboren am 11. Juli 1757
   in Waltershausen
- 1778-1780 Studium der Theologie,
   Naturwissenschaften sowie Forst- und
   Kameralwissenschaft in Jena
- Ab 1785 war er Lehrer für Mathematik
   und Naturwissenschaften am
   Philanthropin in Schnepfenthal
- 1794 Gründung der öffentlichen
   Lehranstalt für Forst- und Jagdkunde in
   der Kemnote bei Waltershausen
- 1795 rief er die „Sozietät für Forst- und
   Jagdkunde“ ins Leben
   (erste Gesellschaft für Forstpraktiker
   und Gelehrte)
- 1797 erschien die Abhandlung der
   Sozietät in der Gesellschaftsschrift    Diana
- 1800 wurde Bechstein Direktor der Lehranstalt
- 1803 Erhebung der Anstalt zu einer Forstakademie
- Umfangreiche naturkundliche Schriften brachten ihn den Ruf als „Vater der deutschen
   Vogelkunde“ ein
- War einer der ersten der sich für den Naturschutz einsetzt
- Er forderte den Erhalt von Tieren, die man zu seiner Zeit nicht als schützens-wert ansah
- Nach ihm sind die Bechsteinfledermaus und die Bechstein-Drossel benannt
- Begründung der Terrarienkunde mit seiner Naturgeschichte der Stubentiere
- Insgesamt umfasst sein Werk ca. 90 Monographien mit 132 Einzelbänden
- 1806 Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Erlangen
- War der Adoptivvater von Ludwig Bechstein
- Gestorben am 23. Februar 1822 in Dreißigacker bei Meiningen
 
     
  Friedrich Holbein

- geboren am 19. März 1856 in
  Waltershausen, als Sohn
   eines Leinewebers
- besuchte die Volksschule und zeigte   schon früh zeichnerisches Talent
- bis zum 30. Lebensjahr war er
   Heimarbeiter für eine Waltershausen
   Puppenfabrik und bemalte    Puppenköpfe
- eignete sich als Autodidakt das    zeichnen
   und malen an
- seine Motiv stammten aus der Natur
- 1889 Begegnung mit dem Schriftsteller
   August Trinius. Dieser bat ihn,    seine
   Bücher  zu illustrieren

- Bereits im ersten Jahr der  Zusammenarbeit erschien das Buch „Der Rennsteig- eine
   Wanderung von der Werra bis zur Saale“ mit 12 Holz-schnitten von Holbein
- Von 1892 bis 1912 schaffte Holbein ca. 300 Zeichnungen für Trinius und 400
   Zeichnungen für andere Werke
- Er zeichnete unter anderen das Schloss Tenneberg, den Lauchagrund und den Inselsberg
- Er malte das Schloss Reinhardsbrunn, zu dem er eine ganz besondere Beziehung hatte,
   da hier sein Großvater als Kunstgärtner wirkte zu jeder Jahreszeit
- 1913 hatte Holbein die 900. Inselsbergbesteigung
- Besaß Dauerausstellung in der Gaststätte „Gothscher Hof“ auf dem Inselsberg
- 1916 Auftrag für die herzogliche Hofkammer und Landwirtschaftskammer
- Bildbestellungen und Aufträge aus Nepal, Jütland und Rotterdam
- Seit 1928 veröffentlichte Holbein eigene Wandererzählungen in der Lokal-presse
- 1940, kurz vor seinem Tod trug er sich zum 2244 mal in das
   Gipfelbuch des Inselsberges ein
- Die Grundschule am Schulplatz in Waltershausen trägt seit 2002 seinen Namen
 
     
  August Trinius

- geboren am 31. Juli 1851 in Schkeuditz
- nach frühem Tod des Vaters Umzug
   nach Erfurt
- hier entdeckte er seine Liebe zu
   Thüringen
- 1865 Kaufmannslehre in Berlin
- 25-jährige Tätigkeit als Buchhalter,
   nebenher begann er zu schreiben und
   erste Publikationen wurden
   veröffentlicht
- Nach ersten Erfolgen schrieb er dann
   regelmäßig Artikel für Berliner    Zeitungen
- Bald unternahm Trinius längere Reisen
   und Wanderungen
   durch ganz Deutschland
- Dabei kam er wieder nach Thüringen
- Während des Aufenthalts in
   Waltershausen entstand eine langjährige Freundschaft mit dem einheimischen Maler
   Friedrich Holbein
- 1885 Heirat mit Anna Netzker, drei Kinder:
   Hans, Ruth und Werner
- 1886-1902 Veröffentlichung des 8-bändigen „Thüringer Wanderbuches“
- Beschloss in den 80er Jahren nach Thüringen umzusiedeln
- Ließ sich in Waltershausen nieder
- Hier entstand auch der Text zum Rennsteiglied (1984)
- Mehrfacher Aufenthalt zur Sommerfrische in Gräfenroda, Unterkunft in der
   „Alten Apotheke“, Ohrdrufer Straße
- Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha verlieh ihm für seine Verdienste den
   Titel eines Hofrates
- Gestorben 1919 in Waltershausen
 
     
  Luise Gerbing
(Die "Thüringer Waldfrau")

- geboren am 23.April 1855 in
  Schnepfenthal
- Sie ist die Urenkelin von
 
Gotthilf Salzmann   und  verbrachte  ihre   Kindheit in   Schnepfenthal
- Durfte, aufgrund ihrer Herkunft, am
  Unterricht teilnehmen, was zu   damaliger   Zeit das Privileg der Jungen   war
- Heiratete am 18. April 1877 ihren   ehemaligen Zeichenlehrer,   den   künstlerisch und erzieherisch   hochbegabten Reinhold Gerbing und   hatten einen Sohn (Walter)
- Beide erforschten gemeinsam die   Landschaft Thüringens
- Nach dem Tode ihres Mannes, im Jahr   1905, widmete sie sich ausschließlich der   Erforschung von Feld- und Flurnamen
- Sie durchwanderte ganz Thüringen und dokumentierte Brauchtum, Dialekte, Trachten,   Flora und Fauna
- Natur, Geschichte und Kultur konnten dadurch erstmalig miteinander verknüpft werden   und somit schaffte sie eine Grundlage,  für die heimatliche Forschung in Thüringen
- Sie hielt Vorträge, verfasste Zeitungsartikel  und schrieb Bücher
- 1921 wurde sie Ehrenmitglied des Rennsteigvereins und verfasste unzählige,   wissenschaftlich wertvolle Artikel   
- Sie verstarb am 28. Februar 1927, vor Vollendung ihres 72. Lebensjahres in   Waltershausen und wurde auf dem Waldfriedhof in Schnepfenthal beigesetzt.
 
     
  Johann Daniel Kestner jun.
(Puppen-Kestner)

- geboren am 04.September 1787
- begann, im Alter von 10 Jahren, eine    Krämerlehre in Erfurt
- er wurde ein cleverer Kaufmann und    geschickter Unternehmer
- Kestner gehörte zu einer ganzen    Dynastie. Sein Vater Bernhard Heinrich    Kestner sowie Johann Daniel Kestner    sen. und weitere Kestners waren    Fleischer und Wirtsleute
- 1815 Heirat mit erster Frau Sabina    Friedericke Buschmann. Aus dieser Ehe    gingen 5 Kinder hervor, von denen nur    eine Tochter das Erwachsenenalter    erreichte
- mit seiner zweiten Frau lebte er in   "wilder Ehe", so das die Erregung der  Bevölkerung sehr groß war. Kestner  mußte vor    dem herzoglichen Gericht  beteuern, dass er verlobt sei und in  wenigen Wochen das    Aufgebot bestelle. Im Ort wurde von einer Doppelehe  gesprochen
- 1816 bietet Kestner erstmals Puppenköpfe und Puppenbälge in seinem Verleger- und    Handelsgeschäft an, welches verschiedene Waren im Angebot hatte.
- 1820 lag die Ausfuhr der Puppen, ins Ausland, bei 10 000 Talern und stieg bis 1830 auf    das doppelte an
- 1836 lag sein Gesamtvermögen bei 50 000 Talern -  für damalige Verhältnisse eine    ungeheure Summe
- 1846 waren bei Kestner 423 Kinder unter 14 Jahren, 364 Frauen und 477 Männer    beschäftigt. 576 davon waren in der Zwirnsknöpfchenindustrie tätig
- die Puppenindustrie entwickelte sich, zu dieser Zeit, zu einem wichtigen Industriezweig
- zwischen 1851 und 1863 entstanden fünf weitere Puppen- und Spielzeugfabriken
- er starb am 11. Dezember 1858 und seine "beiden Frauen"  sollen das Unternehmen    weitergeführt haben.
- 1872 übernahm es sein Enkel, Adolf Kestner
- 1936 musste die Firma die Produktion einstellen - Eine der ältesten und berühmtesten    Unternehmungen von Kestners hatte aufgehört zu existieren!

 
  Johann Daniel Kestner sen. (Wurstkestner)


- geboren 1788
- 1805 nahmen Waltershäuser Fleischer    den Erwerbszweig der    Wursherstellung  auf und    stellten   Servelat-, Zungen-,  Leber-,    Schinkenwurst und Sülzen her
- laut Familientradition soll er sein    vortreffliches Wurstrezept einen, in    den Freiheitskriegen (1814/15) in    Waltershausen zurückgebliebenen    Russen, verdanken
- nach anderer Überlieferung hat er es,    als wandernder Fleischergeselle,    selbst in Russland kennengelernt
- seine Ware wurde in ganz Deutschland    unter dem Namen "Gothaer Wurst" bekannt und begehrt
- sein Jahresumsatz betrug 1820 9000 Taler, 1830 20 000 Taler und 1835 stieg er auf
  30 000 Taler an.
- 1835  wurde fast die gesamte Ausfuhr, der fabrikmäßig hergestellten Wurstwaren der    Firma J.D. Kestner und der Witwe von Gottfried Kestner, zum Hauptgeschäft
- 1840 betrug der Umsatz schon 70 000 Taler
- 1845 gab der Stadtrat eine Aufstellung von rund 4o Beschäftigten der neun "Fabriken"    bekannt
- im "Häuser-Verzeichnis  der Stadt Waltershausen" von 1867 wurde von   13 "Wurstfabriken" in der Innenstadt gesprochen, achtmal kam dabei der Name Kestner   vor!
- gestorben ist J.D. Kestner sen. 1853

- 1913 kam die Wurstproduktion zum erliegen

 
  Benjamin Polack

- geb. am 07. August 1829
- Handelsreisender der Gebrüder    Burbach in Hörselgau, die    Hanfschläuche produzierten
- 1863 mit eigener Firma selbstständig
- investierte erfolgreich in englische    mechanische Schlauchwebstühle und    errang dadurch einen großen    Produktivitätssprung
- führte das Gummierungsverfahren ein
- erhielt 1888 beim "großen    internationalen Wettstreit" in Brüssel    für seine Erzeugnisse die Goldmedaille    und wurde Europaweit bekannt!
- sein Umsatz stieg stetig an und er    beschäftigte über 300 Mitarbeiter
- baute in der Gothaer Straße eine neue    Fabrikanlage
- starb am 2. Januar 1897
- danach über nahm sein Sohn Max, mit 32 Jahren, die Firma und stellte das    Produktionsprogramm Schritt für Schritt um
- hergestellt wurde nun  Grummibereifungen für die Fahrrad- und Automobilindustrie
- der "Titan-Reifen" wurde europaweit ein bekanntes Markenzeichen.
 
     
  Dr. Wilhelm Heufelder

- geb. am 26. Januar 1896 in Kulmbach    (Oberfranken)
- wuchs in einer bürgerlichen Familie    auf
- 4-jähriger Besuch der Volksschule,    danach 9 Jahre Ausbildung an der    Kreisoberrealschule in Augsburg bis    zur Reifeprüfung
- Lieblingsfach war    Naturwissenschaften, dadurch    entstand der Entschluss, Medizin zu    studieren
- 1. Weltkrieg kam dazwischen und er    wurde Soldat
- trat dabei in den Sanitätsdienst ein und    arbeitete vorübergehend in einem    Garnisionslazarett in Augsburg
- 1917 Versetzung in ein Feldlazarett an der Westfront, wo er bis zum Kriegsende arbeitete
- begann danach ein Studium der Medizin an der Münchener Universität
- legte im Januar 1920 seine ärztliche Vorprüfung ab und im Juli absolvierte er das    Staatsexamen, beides schloss er mit "sehr gut" ab
- danach begann er ein 2-monatiges Medizinalpraktikum an der Universitätsklinik in    München, gefolgt von einem 4-monatigem Praktikum in der inneren Abteilung des    städtischen Krankenhauses in Augsburg
- 28. Februar 1922  Approbation als Arzt und Promotion zum Doktor der Medizin
- 1922/23 Assistent an der medizinischen Universitätsklinik Erlangen
- 1923/26 Assistenzarzt am städtischen Krankenhaus Berlin-Lichtenberg
- 1926/30 war er  dort Oberarzt
- übernahm am 1.April 1930 Leitung des städtischen Krankenhauses Waltershausen
   und war als Facharzt für Chirurgie und Frauenkrankheiten tätig
- Setzte sich für den Neubau eines Krankenhauses ein
- am 18. Juni 1939 war die Eröffnung des neuen Krankenhauses am Geizenberg, wo er die    Leitung übenahm
- beteiligte sich intensiv als Mitglied im FDGB, DSF LPPD und dem Kulturbund
- er war langjähriger Vorsitzender des Friedenskomitees und noch als 73-jähriger Mitglied    des Wohnbezirksausschusses der nationalen Front
- wurde am 01. Mai 1949, als einer der Ersten, mit der Aktivistennadel ausgezeichnet
- am 01. September wurde er mit der Leitung der angegliederten Ambulanz beauftrag
- er erhielt in der Fachwelt und bei den Patienten ein hohes Ansehen wegen seines    überdurchschnittlichen Könnens auf dem Gebiet der Kropfbehandlung und der    Kropfchirurgie
- wurde 6 mal mit der Medaille für ausgezeichnete Leistungen ausgezeichnet und geehrt
- 1960 bekam er die Auszeichnung als verdienter Arzt des Volkes
- 1966 schied er als ärztlicher Direktor der chirurgischen Abteilung aus Altersgründen    aus, war jedoch weiterhin in der Fachpraxis als Chirurg und Frauenarzt tätig

- verstarb 1976
 
     
  Heinrich Schwerdt


- geboren am 7.Januar 1810 in    Neukirchen bei Eisenach als Sohn    eines Pfarrers
- besuchte dort die Volksschule und    erhielt zusätzlich Privatunterricht in    Eisenach in Latein
- danach besuchte er das Gymnasium in    Eisenach und später in Gohta
- Abiturexamen legte er in Eisenach ab
- 1828 Theologiestudium an der    Universität Jena
- 1830/31 Fortsetzung des Studium in    Leipzig
- November 1834 Einführung in den    Pfarrdienst der Filialkirchen Stregda    und Hötzelsroda
- trat nach dem Tod seines Vaters dessen Amtsnachfolge an
- er entwickelte vielfältige kulturelle, pädagogische und soziale Initiativen zur Hebung des    Bildungsstandes
- 1847 leitete er das Thüringer Sängerfest im Eisenacher Mariental und auf der Wartburg,    woran berühmte Musiker,  seiner Zeit, antraten. z.B. Felix Mendelsohn-Bartholdy, der    Schwerdtscher Gedichte vertonte
- 1848-1850 sowie 1865-69 war er Abgeordneter im Gothaischen Landtag
- er war in einer Bürgerwehr und wurde als "Gerneralissimus" in der Gothaer Zeitung    verspottet
- stellte im Gothaer Landtag Anträge zur Einführung einer Kirchenverfassung,    Beschleunigung des Eisenbahnbaues im Territorium, zur Bereitstellung von Geldern zur    Arbeitsbeschaffung für erwerbslose Arbeiter, Steuererleichterungen, Einschränkungen    des herzoglichen Besitzes und das Einrichten von Fortbildungseinrichtungen
- 8. August 1872 wechsel seines Dienstortes nach Waltershausen
- wurde hier Superintendent mit Verantwortung für 13 Kirchgemeinden
- 1873 Gründung eines Gartenbauvereins
- übernahm  den Vorsitz des 1880  gegründeten Gewerbevereins
- Gründete den Thüringer-Wald-Club, aus dem unter seiner Leitung der    Thüringer-Wald-Verein hervor ging.
- schrieb im Laufe der Jahre für ca. 80 wissenschaftliche, belletristische, gemeinnützige    und politische Zeitungen und betätigte sich als Herausgeber einer Reihe unterhaltender    Zeitschriften
- er erhielt bereits zu Lebzeiten vielfältige Würdigungen und Ehren
- wurde aus Anlass seines 50-jährigen Amtsjubiläum vom Herzog Ernst II zum Kirchenrat    ernannt und erhielt von der Universität Jena die Würde eines Ehrendoktors
- vom Thüringer-Wald-Verein und dem deutschen Schriftstellerverband wurde er zum    Ehrenmitglied erklärt
- Schwerdt starb am 2. September 1888 im Alter von 78 Jahren in Waltershausen
 - nach ihm wurde eine Straße benannt, die damit an eine bedeutende und verdienstvolle    Persönlichkeit für Waltershausen erinnern soll


 
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